- von Paul Sandle und Yadarisa Shabong

BT- LSE:BT.A und Verizon- NYSE:VZ haben am Montag eine Vereinbarung bekannt gegeben, ihre internationalen Unternehmenssparten zu einem 50:50-Joint-Venture zusammenzuführen, das sich auf die Betreuung multinationaler Kunden konzentriert und einen gemeinsamen Jahresumsatz von 4 Milliarden US-Dollar erzielen wird.

Verizon hat sich bereit erklärt, BT eine Ausgleichszahlung in Höhe von 625 Millionen US-Dollar zu leisten, und beide Unternehmen werden in dem neuen Joint Venture, das mehr als 3.000 Kunden in über 180 Ländern betreuen wird, über gleiche Stimmrechte verfügen, wie sie in einer gemeinsamen Erklärung mitteilten.

„Dies ist ein sehr fragmentierter Markt, und dies könnte der Beginn einer weiteren Konsolidierung sein“, sagte BT-Vorstandsvorsitzende Allison Kirkby in einem Interview mit Reuters. „Möglicherweise könnten wir zu einem späteren Zeitpunkt die Einbindung von Dritten in Betracht ziehen.“

Der Deal ist ein Meilenstein für Kirkby, die den 180 Jahre alten britischen Telekommunikationskonzern konsequent wieder auf den heimischen britischen Markt ausrichtet und gleichzeitig internationale Vermögenswerte abverkauft.

Verizon-Chef Dan Schulman, der beim US-Mobilfunkanbieter seine eigene Sanierungsstrategie vorantreibt, bezeichnete das Joint Venture als „die klare Antwort“ für internationale Kunden, die sichere, flexible Konnektivität benötigen, die grenzüberschreitend und in Cloud-Umgebungen funktioniert.

„EIN GROSSER AKTEUR“

BT und Verizon ernannten Martijn Blanken, einen ehemaligen Führungskräfte bei der australischen Telstra ASX:TLS und der niederländischen KPN EURONEXT:KPN, zum designierten CEO des neuen Unternehmens. Blanken wird ab dem 1. September 2026 zur BT Group wechseln und mit beiden Muttergesellschaften zusammenarbeiten, während diese die Gründung des Joint Ventures vorbereiten.

„Wir sehen darin eine einzigartige Gelegenheit, ein Unternehmen von beträchtlicher Größe zu schaffen, um unsere multinationalen Kunden deutlich besser bedienen zu können“, sagte Kirkby und fügte hinzu, dass sich die Kundenstämme der beiden Unternehmen ergänzten und es nur vereinzelte Überschneidungen gebe.

Die Schwäche im internationalen Geschäft hat die Gewinne von BT, Großbritanniens größtem Telekommunikationskonzern, belastet.

Medienberichten vom vergangenen Monat zufolge nahm BT die Gespräche mit Unternehmen wie AT&T NYSE:T, Orange EURONEXT:ORA und Verizon über das angeschlagene Geschäftsfeld wieder auf.

Die Zahlung in Höhe von 625 Millionen Dollar an BT werde zur Finanzierung des Joint Ventures verwendet, und der verbleibende Betrag werde zur Tilgung von Schulden eingesetzt, sagte Kirkby.

Die BT-Aktie legte im frühen Londoner Handel um etwa 1 Prozent zu.