Ledger-Mitgründer Eric Larchevêque sagt, ein Bitcoin-Kurs von 1 Million USD wäre keine gute Nachricht. Er meint, dieses Niveau wäre eher ein Zeichen für Kriege, Schuldenkrisen und ein zusammenbrechendes Fiat-System als für einen Durchbruch im Mainstream.

Sein Kommentar steht im Widerspruch zu einer Welle von Prognosen mit siebenstelligen Kursen. Larchevêque akzeptiert zwar das Ziel, lehnt aber den Jubel darüber ab und sieht Bitcoin eher als Versicherung gegen Chaos als als spekulativen Gewinn.

Warum ein 1-Millionen-USD-Bitcoin auf Probleme hindeutet

Larchevêque hat dieses Argument in einem aktuellen Interview im Podcast „When Shift Happens” vorgebracht. Er sagt, Bitcoin habe in einer stabilen Welt wenig Wert, da nur wenige Menschen ihn benötigen.

Seine Rolle wird wichtiger, wenn Systeme scheitern. Er beschreibt den Coin als ein finales Abwicklungsinstrument, das Vermögen in Kriegen, Revolutionen und bei Kapitalverkehrskontrollen schützt.

Diese Sicht basiert auf realen Hintergründen. Regierungen machen immer mehr Schulden, und die USA allein haben inzwischen mehr als 39 Bio. USD Verbindlichkeiten – ein neuer Rekord. Larchevêque sieht solch eine Kreditaufnahme als Weg in einen Währungszusammenbruch.

US-Schulden

Die Bedeutung ändert sich auch je nach Land, ergänzt er. Für jemanden im Iran kann Bitcoin lebenswichtig sein. Für einen Sparer in Frankreich wirkt es eher abstrakt.

Der Bitcoin-Kurs liegt aktuell bei knapp unter 63.000 USD. Ein Anstieg auf 1 Million USD entspricht somit dem etwa 16-Fachen des aktuellen Kurses. Larchevêque hält diesen Anstieg für möglich, fürchtet aber die Welt, die ihn verursachen würde.

Bitcoin-Kursentwicklung. Quelle: BeInCrypto

„Ich denke, es wäre eine Welt mit viel Leid”, sagte er.

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Er gab diese Antwort auf die Frage, wie eine Bitcoin-Entwicklung auf 1 Million oder 10 Millionen USD aussehen könnte.

Wie bullische Anleger das gleiche Ziel sehen

Andere Experten sehen die 1 Million USD mit Zuversicht. Matthew Sigel, Forschungschef von VanEck, bezeichnet dieses Kursziel als realistisch – ausgehend von der stärkeren Nutzung und dem fixen Angebot von 21 Millionen Coins.

Das Timing ist dabei entscheidend. Sigel nannte dieses Ziel im Mai, als der Bitcoin-Kurs bei etwa 80.000 USD lag. Inzwischen ist der Token auf etwa 63.000 USD gefallen, wodurch die Lücke zur Siebenstelligkeit größer wird.

Samson Mow, Chef von Jan3, erwartet einen plötzlichen Angebotsschock und bezeichnet ihn als , einen Tagesanstieg über 100.000 USD. Michael Saylor und ARK Invest verfolgen eine ähnliche Knappheits-These und verweisen auf institutionelle Nachfrage und langfristige Ziele für 2030.

Bitcoin-Kursprognose. Quelle: Ark Invest

Larchevêque teilt diese Überzeugung beim Zielkurs und verweist sogar auf Saylor. Vom Rest der Gruppe unterscheidet ihn jedoch die Interpretation: Für ihn wäre eine siebenstellige Bewertung ein Anzeichen des Scheiterns, nicht eine Belohnung.

„Ich teile die gleiche Vision wie Michael Saylor, dass Bitcoin das beste Asset ist, das es global und historisch gibt. Und es wird künftig vermutlich eine sehr gute Investition sein.”

Der Ledger-Gründer hält fast sein gesamtes liquides Vermögen in Bitcoin und sieht es eher als Schutz, nicht als Gewinnquelle. Er betont zudem, dass seine Einschätzung keine Anlageberatung ist.