
BlackBerry Ltd (BB) hat einen tiefgreifenden fundamentalen Wandel durchlaufen, der in einem Gewinnüberraschungsergebnis für Q1 am 24. Juni gipfelte.
Angetrieben von einem 26%igen Jahresanstieg in der QNX-Software-Sparte und dem ersten positiven operativen Cashflow seit neun Jahren notierte die BB-Aktie am Montagmorgen bei einem neuen 52-Wochen-Hoch von 12,15 $.
Nach einem Kursanstieg von fast 300% seit Ende März hat sich das Risikoprofil der BlackBerry-Aktie jedoch deutlich verschoben.
Im Folgenden die drei wichtigsten Risiken, denen sie in der zweiten Jahreshälfte 2026 ausgesetzt ist.
Technische Indikatoren sprechen für Gewinnmitnahmen bei BlackBerry
Während Morningstar und andere Wall-Street-Analysten ihre Schätzungen für BlackBerry Ltd zuletzt angepasst haben, um die langfristige QNX-Entwicklung zu berücksichtigen, wird die Aktie derzeit zu einer gedehnten Bewertung gehandelt.
Der kürzlich veröffentlichte Quartalsbericht bestätigt, dass das Unternehmen gut positioniert ist, um von Rückenwinden durch künstliche Intelligenz (KI) zu profitieren; sein aktuelles 88-faches Forward-KGV macht den Titel jedoch deutlich teurer als die führenden KI-Aktien, selbst im Vergleich zu Nvidia.
Außerdem liegt der Relative-Stärke-Index (RSI) der BB-Aktie derzeit im späten 70er-Bereich – ein weiteres Indiz für eine ausgeprägte Überkauftheit auf dem aktuellen Niveau.
Das bedeutet, dass jede noch so kleine Ausführungspanne oder ein verfehlter Ausblick wahrscheinlich zu starken Gewinnmitnahmen führen wird, zumal BlackBerry auch keine nennenswerte Dividende zahlt.
Konzentrationsrisiko könnte BB-Aktien belasten
Anleger sollten bei den aktuellen Kursen zudem Vorsicht walten lassen, weil sich die Investment-These schnell zu einer reinen Wette auf „Physical AI“, Robotik und softwaredefinierte Fahrzeuge (SDVs) über die QNX-Sparte entwickelt.
Obwohl der Umsatz dieses Segments im zuletzt gemeldeten Quartal von BB um 26% im Jahresvergleich gestiegen ist, blieb der Ausblick des Managements für das Gesamtjahr 2027 bei vergleichsweise moderaten 621 Mio. $ als Maximum.
Wenn daher makroökonomische Gegenwinde oder Engpässe in der Lieferkette die globale Fahrzeugproduktion ausbremsen oder den Rollout industrieller Automatisierung verzögern, könnte sich BlackBerrys Wachstumsmotor rasch abkühlen.
Ja, die kleinere Einheit für sichere Kommunikation und Cybersicherheit hat einen hochkarätigen Vertrag mit der kanadischen Regierung gewonnen, doch dieses Geschäft bleibt ein Bereich mit geringerem Wachstum.
Der Unternehmens-Cybersicherheitsmarkt ist hart umkämpft und wird von Namen wie Palo Alto Networks und CrowdStrike dominiert.
Für BB besteht die Herausforderung darin, seine Stellung in regulierten Branchen – etwa Regierung und Verteidigung – zu verteidigen, ohne dass diese Sparte die Margen des Gesamtunternehmens belastet.
Wall Street warnt vor erheblichem Abwärtspotenzial bei BlackBerry
Insgesamt hat BlackBerry eindrucksvoll bewiesen, dass es eine Wende umsetzen kann. Bei Kursen jenseits von 12 $ zahlen Investoren jedoch eine hohe Prämie für die Rolle des Unternehmens in der Zukunft der Fahrzeugssoftware und der Robotik.
Die Grenze zwischen seinem fundamentalen Wert und dem aktuellen „KI-Spiel“-Hype ist recht schmal – etwas, das auch den Analysten an der Wall Street nicht entgeht.
Laut The Wall Street Journal liegt die Konsensmeinung zu BB-Aktien derzeit nur bei „Hold“, wobei das durchschnittliche Kursziel von rund 10 $ ein Abwärtspotenzial von nahezu 20% gegenüber dem aktuellen Kurs signalisiert.