Italiens größte Bank, Intesa Sanpaolo MILSEDEX:I05808, gab am Donnerstag bekannt, dass sie die Cloud-Migration ihrer zentralen IT-Systeme abgeschlossen habe und sich damit einer Handvoll europäischer Banken anschließe, denen der Ausstieg aus der Altsystemtechnik gelungen sei.
Der Ersatz der bestehenden zentralen IT-Infrastruktur, der sogenannten Mainframes, durch Cloud-Technologie stellt für traditionelle Banken eine große Herausforderung dar.
Altsysteme, die oft aus mehreren Software-Stacks bestehen, die sich im Laufe der Zeit aufgrund von Fusionen angesammelt haben, versetzen traditionelle Banken gegenüber cloud-nativen Herausforderer-Banken in eine ungünstige Lage.
Im Rahmen eines mehrere Milliarden Euro teuren Cloud-Umstellungsprojekts startete Intesa 2023 in Zusammenarbeit mit dem britischen Technologieunternehmen Thought Machine die cloudbasierte Digitalbank Isybank. Durch die Migration von Millionen von Kunden nutzte das Unternehmen Isybank als Testfeld für eine vollständige Umstellung auf die Cloud.
Mit diesem Schritt reiht sich Intesa in eine kleine Gruppe europäischer Banken ein, die eine groß angelegte Cloud-Migration vorangetrieben haben: die dänische Danske Bank OMXCOP:DAB, die britische Lloyds LSE:LLOY, HSBC LSE:HSBA sowie innerhalb der Eurozone die spanische Santander BME:SAN und BBVA BME:BBVA.
Intesa, Google Cloud und TIM erklärten in einer gemeinsamen Stellungnahme, dass die Umstellung auf die beiden italienischen Google Cloud-Regionen in Turin und Mailand gestützt habe, die in den Rechenzentren von TIM gehostet werden.
„Mehr als 800 Anwendungen wurden erfolgreich auf die Google Cloud-Infrastruktur migriert, und eine ebenso große Anzahl wurde am physischen Hauptsitz der Bank außer Betrieb genommen“, so die Unternehmen.
„Riesige“ Datenmengen seien unter „hohen Sicherheitsstandards, mit hoher Geschwindigkeit und minimaler Latenz zwischen Cloud-Umgebungen und Altsystemen“ übertragen worden, so die Unternehmen.
„Die Cloud-Infrastruktur hat enorme Arbeitslasten erfolgreich bewältigt und so die Geschäftskontinuität gewährleistet, ohne dass es während der Migrationsphasen zu größeren Zwischenfällen kam.“
Die IT-Kapazitäten der Banken in der Eurozone stehen im Fokus der Aufsichtsbehörden der Europäischen Zentralbank, die wiederholt davor gewarnt haben, dass Schwachstellen in Altsystemen operative und Cyber-Risiken erhöhen können.