Private Wettbewerber von staatseigenen Bahnunternehmen haben im vergangenen Jahr im Nah-, Fern-, Güterverkehr Marktanteile gehalten oder ausgebaut. Erweiterte Fernverkehrsverbindungen der Konkurrenz führten zu einem Anstieg ihres Marktanteils um einen Prozentpunkt auf acht Prozent, wie aus einem Zwischenbericht der Bundesnetzagentur zu Entwicklungen des Eisenbahnmarktes 2025 am Mittwoch hervorgeht. "Im Schienengüterverkehr wuchs der Marktanteil der Wettbewerberbahnen zum Ende des Jahres auf 67 Prozent (2024: 60 Prozent), die bundeseigenen Eisenbahnverkehrsunternehmen erbrachten nur noch ein Drittel der Verkehrsleistungen."
Die Bundesnetzagentur hatte am Dienstag angekündigt, mehr Konkurrenz im Personenfernverkehr der Bahn zuzulassen, und erleichterte damit auch den Einstieg des italienischen Betreibers Italo in Deutschland. "Für Bahnkunden bedeutet Wettbewerb bessere Qualität und niedrigere Preise", sagte Behörden-Präsident Klaus Müller dazu.
Die staatseigene Deutsche Bahn (DBN.UL) will im nächsten Jahrzehnt ihr marodes Schienennetz modernisieren, was für die Kundschaft längere Baustellen und eine weiter vergleichsweise geringe Pünktlichkeit bedeuten dürfte. Pilotprojekt dafür ist die Verbindung zwischen Frankfurt am Main und Mannheim, die sogenannte Riedbahn.
Die Strecke ist als erste generalsaniert worden und Auswertungen der Bundesnetzagentur zeigen, dass in den zwölf Monaten nach Ende der Bauarbeiten im Januar 2025 "die Verspätungsmengen aufgrund fehlerhafter Leit- und Sicherungstechnik um 25 Prozent und für Verspätungen aufgrund notwendiger kurzfristiger Bauarbeiten um 35 Prozent zurückgegangen sind". Zudem konnten Verspätungen wegen fehlerhafter Weichen um 22 Prozent reduziert werden. Dies liege jedoch "weit unterhalb der avisierten Werte", erklärte die Netzagentur.