Schwächere US-Arbeitsmarktdaten haben den asiatischen Aktienmärkten am Freitag zum Wochenausklang spürbaren Auftrieb verliehen. Die Aussicht auf vorerst ausbleibende Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed lockte Anleger aus der Reserve und sorgte für Kursgewinne. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans (.MISX00000PUS) stieg um 1,3 Prozent. In Südkorea kletterte der Leitindex Kospi KRX:KOSPI um drei Prozent nach oben. Auch in Tokio drehte der Leitindex Nikkei TVC:NI225 anfängliche Verluste ins Plus und notierte zuletzt 0,74 Prozent höher bei 69.243,68 Punkten, während der breiter gefasste Topix TSE:TOPIX 0,91 Prozent auf 4.051,48 Zähler gewann.
Die schwächer als erwartet ausgefallenen US-Jobdaten verschoben die Zinserwartungen der Händler in Richtung Oktober. "Die Zahlen stellen das Narrativ infrage, dass die Fed in der zweiten Jahreshälfte auf Kurs für eine Zinserhöhung bleibt", erklärten die Analysten von Westpac. In Asien untermauerten derweil positive Konjunktursignale die Kauflaune: Der Einkaufsmanagerindex für den japanischen Dienstleistungssektor signalisierte im Juni wieder Wachstum. Gleichzeitig stieg in China die Auslandsnachfrage nach Dienstleistungen so stark wie seit 20 Monaten nicht mehr, auch wenn der Sektor insgesamt etwas langsamer wuchs.
An der Börse in Tokio fand zudem eine Branchenrotation statt, bei der Anleger von hoch bewerteten Technologiewerten in zyklische Papiere umschichteten. "Bestimmte Sektoren im Zusammenhang mit Halbleitern und KI bleiben heute schwach", sagte Maki Sawada, Aktienstrategin bei Nomura Securities. "Wenn sich der Rückgang bei diesen hoch bewerteten Aktien zu verringern beginnt, ist es möglich, dass sich auch der Nikkei stabilisiert."
Devisen
Am Devisenmarkt blieben die Blicke auf Japan gerichtet, wo Finanzministerin Satsuki Katayama angesichts des schwachen Yen FX_IDC:USDJPY vor Interventionen warnte: "Unsere Haltung hat sich nicht geändert. Wir werden jederzeit angemessen reagieren, wenn es nötig ist." Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar geringfügig auf 161,16 Yen FX_IDC:USDJPY und gab 0,1 Prozent auf 6,7807 Yuan FX_IDC:USDCNY nach. Zur Schweizer Währung notierte er 0,1 Prozent niedriger bei 0,8025 Franken FX_IDC:USDCHF. Parallel dazu blieb der Euro FX:EURUSD fast unverändert bei 1,1442 Dollar und zog leicht auf 0,9184 Franken FX:EURCHF an.
Ölpreise
Am Rohstoffmarkt verzeichneten die Erdölpreise leichte Gewinne, gestützt von den positiven asiatischen Konjunkturdaten und den nachlassenden Zinssorgen in den USA. So verteuerte sich die Rohölsorte Brent aus der Nordsee um 0,6 Prozent auf 72,26 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte ebenfalls 0,6 Prozent fester bei 69,07 Dollar.
Wall Street
Die US-Börsen bleiben am Freitag wegen des Unabhängigkeitstages geschlossen. Am Vorabend hatten die schwachen Arbeitsmarktdaten für ein gemischtes Bild gesorgt, wobei vor allem Technologiewerte unter Druck gerieten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones DJ:DJI hatte sich am Donnerstag mit einem Plus von 1,1 Prozent bei 52.900,07 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500 CBOE:SPX notierte kaum verändert bei 7.483,24 Zählern, und der technologielastige Nasdaq TVC:IXIC gab 0,8 Prozent auf 25.832,67 Stellen nach.