Standard Chartered ist als erste Global Systemically Important Bank (G-SIB) eine Partnerschaft mit dem Emittenten Circle eingegangen, um institutionellen Kunden direkten Zugang zum Minting und zur Rückgabe von USDC zu bieten. Dies gab das Unternehmen am 2. Juli bekannt.
Berechtigte Kunden können USD in USDC und umgekehrt umwandeln, und das direkt über ihre bestehende Bankverbindung. Separate Konten bei Circle sind dafür nicht erforderlich. Der Service startet jedoch nur in Dubai, und eine konkurrierende Bank hat einen ähnlichen Service bereits drei Tage früher angeboten.
Standard Chartered: USDC-Zugang startet in Dubai
Diese Möglichkeit, die gemeinsam mit Circle entwickelt wurde, läuft über die Aktivitäten der Bank am Dubai International Financial Centre (DIFC).
Institutionelle Kunden erhalten dadurch einen einzigen Onboarding-Prozess für USDC. USDC hat eine Marktkapitalisierung von 73,2 Milliarden USD.

Standard Chartered erklärt, dass der Service On-Chain-Abwicklung, Treasury-Operationen sowie Liquiditätsmanagement unterstützt. Später sind auch Zahlungsanwendungen geplant. Eine Ausweitung auf weitere Märkte hängt von regulatorischen Genehmigungen und der jeweiligen Marktreife ab.
„Digitale Vermögenswerte werden immer wichtiger für die globale Finanzinfrastruktur. Institutionelle Kunden erwarten dabei das gleiche Maß an Vertrauen und Steuerung wie in traditionellen Märkten”, sagte Roberto Hoornweg, CEO für Corporate and Investment Banking bei Standard Chartered, in der Ankündigung.
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Die Zusammenarbeit geht über diesen Start hinaus. Standard Chartered hat seit April 2025 gemeinsam mit Santander, der Deutschen Bank und Société Générale an der Entwicklung des Circle Payments Netzwerks gearbeitet.
Diese Woche hat die Bank zudem die Beobachtung des aufgenommen.
Konkurrenten arbeiten ebenfalls an USDC-Lösungen
Es ist jedoch wichtig festzuhalten, dass Standard Chartered nicht die erste Bank mit solch einem Angebot ist. Am 29. Juni hat BNY Kunden die Möglichkeit gegeben, USDC über ihre Digital Asset Custody Plattform zu minten, zurückzugeben und zu halten.
BNY ist kein Nischenanbieter. Die Bank verwahrt die Reserven von USDC und betreut Vermögenswerte im Wert von 59,3 Bio. USD unter Verwahrung oder Verwaltung.
Weitere Banken werden vermutlich folgen. BNY plant, künftig zusätzliche Stablecoin-Emittenten in ihr Angebot aufzunehmen. Standard Chartered verweist außerdem auf die steigende Nachfrage institutioneller und unternehmerischer Kunden nach einer regulierten Stablecoin-Infrastruktur.
Circle hat ebenfalls ein Interesse daran, mit Banken zusammenzuarbeiten. Der Kurs der Aktie fiel in der vergangenen Woche um 15%, nachdem 140 Unternehmen, darunter Visa und Coinbase, die unterstützt haben.
Der Bankenzugang verschafft USDC nun tiefere institutionelle Strukturen, gerade in einer Phase, in der die Führungsposition im Unternehmenssegment angegriffen wird.
Regulatorische Vorgaben bestimmen das Tempo. Circle hieltseineeuropäischen Listings unter MiCA, während Tethers USDT sich zurückgezogen hat. Die globale Einführung von Standard Chartered wartet jedoch weiterhin auf Zulassungen in den jeweiligen Märkten.
Ob Finanzverantwortliche künftig reale Abwicklungen über bankenbasierte USDC-Lösungen statt Pilotphasen steuern, wird entscheidend für die Geschwindigkeit der übrigen G-SIBs sein.