Der Goldpreis FX:XAUUSD steht während der frühen europäischen Handelsstunden am Montag unter Verkaufsdruck und notiert um 4.060 USD. Das Edelmetall fällt angesichts der Unsicherheit rund um die US-Iran-Gespräche und hawkischer Erwartungen an die Federal Reserve (Fed). Die US Nonfarm Payrolls (NFP)-Daten werden später am Donnerstag im Mittelpunkt stehen.
Die Vereinigten Staaten (USA) und der Iran haben sich darauf geeinigt, Angriffe einzustellen und planen, sich am Dienstag in Doha, Katar, zu treffen, um ihren Streit über die Straße von Hormus beizulegen, berichtete Axios. US-Beamte erklärten, dass Washington und Teheran „vorerst zurücktreten werden“ nach einem Gefechtsaustausch in den letzten Tagen in der Nähe der wichtigen Wasserstraße.
Die Unsicherheit bleibt jedoch hoch, da Irans Außenminister Abbas Araghchi sagte, die Verantwortung für die Straße von Hormus liege allein bei Teheran. Ein iranischer Beamter warnte, dass jeder Versuch, die bevorzugte Route in der Wasserstraße zu umgehen, „Spannungen und Eskalationen“ verursachen werde.
Jegliche Anzeichen steigender Spannungen im Nahen Osten könnten Inflationssorgen verstärken, was Händler dazu veranlasst, ihre Wetten auf Zinserhöhungen zu erhöhen und den zinslosen Goldpreis belastet. Es ist erwähnenswert, dass Gold oft als Absicherung gegen Inflation genutzt wird, aber keine Zinsen abwirft, was es bei hohen Zinssätzen weniger attraktiv macht.
Händler preisen laut dem CME FedWatch Tool nun eine Wahrscheinlichkeit von fast 59,7 % für eine Zinserhöhung bereits im September 2026 ein. Die bevorstehenden NFP- und Arbeitsmarktdaten am Donnerstag werden einige Hinweise auf den US-Zinspfad geben. Ökonomen prognostizieren einen Anstieg der Beschäftigung um 114.000 Stellen im Juni bei einer unveränderten Arbeitslosenquote von 4,3 % im gleichen Zeitraum.
Fed - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Aufgaben hat die Federal Reserve und wie wirkt sie auf den US-Dollar?
Die Federal Reserve (Fed) steuert die US-Geldpolitik mit zwei klaren Zielen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Dabei nutzt die Notenbank Zinssätze als Hauptinstrument. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar, da sie die USA für internationale Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Greenback.
Wie oft hält die Fed geldpolitische Sitzungen ab?
Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die wirtschaftliche Lage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Das FOMC besteht aus zwölf Mitgliedern – den sieben Mitgliedern des Gouverneursrats, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der elf übrigen regionalen Notenbankpräsidenten, die auf Jahresbasis rotieren.
Was ist Quantitative Lockerung (QE) und wie wirkt sie sich auf den US-Dollar aus?
In Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen, wie etwa 2008 während der Finanzkrise, greift die Federal Reserve oft auf QE zurück. Dies bedeutet, dass die Fed massiv Anleihen kauft, um Liquidität bereitzustellen. Diese expansive Geldpolitik schwächt den Dollar, da das zusätzliche Geld die Währung verwässert und das Vertrauen der Investoren mindert.
Was ist Quantitative Straffung (QT) und wie wirkt sie sich auf den US-Dollar aus?
Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess von QE, bei dem die US-Notenbank aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen und das Kapital aus fällig werdenden Anleihen nicht reinvestiert, um neue Anleihen zu kaufen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.