Die in einem Übernahmekampf stehende österreichische Addiko Bank VIE:ADKO plant wegen rechtlicher Risiken bei Fremdwährungskrediten in Kroatien und Slowenien Rückstellungen in Millionenhöhe. Zudem setze das Institut seine Finanzprognose aus, teilte die Bank am Mittwoch mit. Das Geldhaus, um das derzeit die Raiffeisen Bank International (RBI) VIE:RBI und die slowenische NLB LJSE:NLBR ringen, werde im Halbjahresabschluss 2026 aus Vorsichtsgründen zwischen 33,1 und 48,8 Millionen Euro zurücklegen. Grund seien jüngste Urteile der dortigen obersten Gerichte zu Krediten in Schweizer Franken.

Die Urteile seien zwar gegen eine andere kroatische und eine andere slowenische Bank ergangen, dürften jedoch weitreichende Auswirkungen auf den Bankensektor in den beiden Ländern haben, hieß es weiter. In Kroatien geht es um die Berechnungsmethode für Überzahlungen bei der gesetzlichen Konvertierung von Franken-Krediten, in Slowenien um Ausgleichszahlungen für Banken bei für nichtig erklärten Verträgen. Addiko kündigte an, rechtliche Schritte zu prüfen. Trotz der Belastungen und möglicher übernahmebedingter Kosten im hohen einstelligen Millionenbereich werde die Bank die regulatorischen Kapitalanforderungen weiterhin deutlich übertreffen. Ende des ersten Quartals lag die harte Kernkapitalquote (CET1) des Addiko-Konzerns bei 21,7 Prozent.

Im Ringen um die Addiko hat die RBI derzeit die Nase vorn. Bis Montag waren Annahmeerklärungen für 50,72 Prozent der Aktien eingegangen, darunter ein Anteil von 9,63 Prozent der serbischen Alta Group. Der slowenische Rivale NLB bietet mit 37,00 Euro je Aktie deutlich mehr als die RBI mit 26,50 Euro und bewertet die Bank damit mit rund 721 Millionen Euro. Dennoch hatte nach Angaben der RBI bis Montag kein Aktionär von seinem gesetzlichen Rücktrittsrecht Gebrauch gemacht. Beide Banken machen ihre Offerte von einer Annahmequote von 75 Prozent abhängig. Die Annahmefrist für beide Angebote läuft bis zum 22. Juli. Das Addiko-Management, das sich zunächst wegen der höheren Transaktionssicherheit hinter das niedrigere Angebot der RBI gestellt hatte, hat diese Empfehlung mittlerweile zurückgezogen.