- von Mariam Sunny und Jennifer Rigby

Bei einer Behandlungsstudie zum Ebola-Ausbruch in Bundibugyo in der Demokratischen Republik Kongo wurde am Donnerstag der erste Patient aufgenommen – ein Meilenstein im Kampf gegen die Epidemie, erklärte WHO-Chef Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus gegenüber Reportern.

Tedros verwies jedoch auf einen Angriff auf ein Ebola-Behandlungszentrum in der Provinz Ituri, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen, als Zeichen für die anhaltenden Schwierigkeiten bei der Eindämmung der Ausbreitung der Krankheit.

„Trotz all dieser Fortschritte stehen wir weiterhin vor erheblichen Herausforderungen, darunter Misstrauen und Gewalt“, sagte der WHO-Generaldirektor.

Derzeit gibt es keine zugelassenen Impfstoffe oder Behandlungsmethoden für den Ebola-Stamm „Bundibugyo“, der in der DR Kongo mehr als 1.400 Fälle verursacht hat, darunter 438 Todesfälle.

In der DR Kongo wurden in den letzten zwei Wochen durchschnittlich 38 neue bestätigte Fälle pro Tag verzeichnet, so Tedros.

Die Studie, deren Abschluss Monate dauern könnte und an der mehr als 1.000 Patienten teilnehmen, wird den experimentellen Antikörper MBP134 von Mapp Biopharmaceutical sowohl als eigenständige Behandlung für das Ebola-Bundibugyo-Virus als auch in Kombination mit dem antiviralen Medikament Remdesivir von Gilead Sciences NASDAQ:GILD untersuchen, teilte die Weltgesundheitsorganisation mit.

Laut WHO reichen die Arzneimittelvorräte für die Studien aus. Die Organisation erklärte, sie stehe in Gesprächen mit den Vereinigten Staaten, die MBP134 gespendet haben, sowie mit Gilead, um sicherzustellen, dass Patienten nach Abschluss der Studien Zugang zu den Medikamenten erhalten, sofern sich diese als sicher und wirksam erweisen.

Der WHO-Chef erklärte zudem, dass sich auch andere Bereiche der Maßnahmen verbesserten: Mittlerweile gebe es 10 Labore, die Ebola-Tests durchführen können, und bei vier von fünf Kontaktpersonen würden Nachuntersuchungen durchgeführt, auch wenn pro Fall noch weitere Kontaktpersonen identifiziert werden müssten.

Auch die Behandlungskapazitäten wurden ausgebaut: Es stehen 650 Betten zur Verfügung, von denen derzeit etwa 96 Prozent belegt sind. Tedros erklärte, die WHO und ihre Partner arbeiteten daran, 300 weitere Betten bereitzustellen.

Unabhängig davon erklärte die WHO zudem den mit einem Kreuzfahrtschiff in Verbindung stehenden Hantavirus-Ausbruch für beendet, nachdem der letzte identifizierte Kontakt einer exponierten Person die Quarantäne abgeschlossen hatte und negativ auf das Virus getestet worden war.

Bei dem Ausbruch, bei dem sich 13 Menschen infizierten und drei starben, handelte es sich um das Andes-Virus, einen seltenen Hantavirus-Stamm, der typischerweise in Argentinien und Chile zirkuliert.