Künstliche Intelligenz (KI) ist einer Studie zufolge aus dem Arbeitsalltag des deutschen Mittelstands nicht mehr wegzudenken. In knapp 60 Prozent der Unternehmen werde diese Technologie bereits eingesetzt, ergab eine veröffentlichte Erhebung der DZ Bank, die der Nachrichtenagentur Reuters am Montag exklusiv vorlag. KI werde die Wirtschaft ähnlich tiefgreifend verändern wie die Industrielle Revolution, betonten rund 40 Prozent der mehr als 1000 befragten Firmeninhaber und -chefs.
Den Nutzen für ihr eigenes Unternehmen beurteilten sie dagegen zurückhaltend. Lediglich 16 Prozent rechneten mit einer höheren Produktivität. 41 Prozent sähen bislang keinen konkreten wirtschaftlichen Nutzen. Entsprechend gering falle die Investitionsbereitschaft aus. Nennenswerte KI-Ausgaben planten nur 16 Prozent der Mittelständler. "Selbst in der Elektroindustrie, die beim KI-Einsatz zu den Vorreitern zählt, will weniger als jedes dritte Unternehmen in KI-basierte Prozesse, Arbeitsabläufe oder Geschäftsmodelle investieren", schrieben die Autoren der Studie.
Auch in einem anderen Bereich klaffen Anspruch und Wirklichkeit auseinander: Mehr als ein Viertel nannte fehlende Fachkräfte als eines der Hindernisse für einen breiteren Einsatz von KI. Dennoch wollten lediglich sieben Prozent zusätzliche Spezialisten rekrutieren. In der Elektroindustrie liege die Quote bei 13 Prozent.