Ein schwedisches Gericht hat Google NASDAQ:GOOG wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens zu einem milliardenschweren Rekord-Schadenersatz verurteilt. Der Suchmaschinenbetreiber habe das Preisvergleichsportal PriceRunner geschädigt, indem er jahrelang seinen eigenen Dienst bevorzugt habe, begründete das Stockholmer Patent- und Marktgericht am Mittwoch seine Entscheidung. Der US-Konzern müsse daher umgerechnet 1,3 Milliarden Euro an die Tochter des schwedischen Zahlungsdienstleisters Klarna NYSE:KLAR zahlen.
Google teilte mit, man sei mit der Entscheidung nicht einverstanden und prüfe rechtliche Schritte. Der US-Konzern wies zudem darauf hin, die Präsentation der Suchergebnisse bereits 2017 angepasst zu haben. Klarna begrüßte das aktuelle Urteil. Die an der Wall Street notierten Aktien des schwedischen Unternehmens legten rund sieben Prozent zu.
Das Gericht habe PriceRunner in diesem komplexen und langwierigen Verfahren zwar nicht die komplette geforderte Summe zugesprochen, sagte die Gerichtsvertreterin Alderman Linda Kullberg. "Sie ist jedoch zweifellos die höchste, die jemals in einem schwedischen Wettbewerbsverfahren erteilt wurde." PriceRunner hatte Google im Jahr 2022 auf rund 2,1 Milliarden Euro verklagt. Auf diese Summe bezifferte das Unternehmen die entgangenen Gewinne in mehreren europäischen Staaten. Zuvor hatte Google ein ähnliches Verfahren verloren. Der US-Internetkonzern musste die im Jahr 2017 von der EU-Kommission verhängte Rekordsumme von 2,42 Milliarden Euro zahlen, weil er kleinere Anbieter von Preisvergleichen behindert hatte.