- von Amanda Stephenson

Das kanadische Unternehmen Deep Sky ist das erste nordamerikanische Unternehmen, das verifizierte Emissionsgutschriften aus der Direct-Air-Capture-Technologie (DAC) bereitstellt. Am Montag gab das Unternehmen bekannt, dass es Emissionsgutschriften an Microsoft NASDAQ:MSFT und die Royal Bank of Canada TSX:RY geliefert hat.

DAC unterscheidet sich von der etablierteren Technologie der CO₂-Abscheidung und -Speicherung, bei der CO₂ in Industrieanlagen herausgefiltert und gespeichert wird, bevor es in die Atmosphäre gelangt. DAC entfernt CO₂ aus der Luft und beseitigt damit bereits entstandene Emissionen.

„Dies zeigt, dass Kanada voranschreitet, Risiken eingeht und uns im Bereich der Innovation bei der Kohlenstoffentfernung bekannt macht“, sagte Deep Sky-CEO Alex Petre in einem Interview.

Das einzige andere Unternehmen, das DAC-Zertifikate generiert hat, ist Climeworks , dessen Anlage in Island der weltweit größte DAC-Komplex ist.

Zwar halten Wissenschaftler DAC für entscheidend zur Stabilisierung des Klimas, doch die Technologie ist teuer und lässt sich nur schwer in großem Maßstab umsetzen.

Dennoch sind hochwertige, verifizierte Emissionsgutschriften für die CO₂-Entfernung weltweit gefragt. Technologieunternehmen, von denen viele Klimaschutzverpflichtungen eingegangen sind, aber aufgrund des Booms bei KI-Rechenzentren steigende Treibhausgasemissionen verursachen, haben gemeinsam Hunderte Millionen Dollar für den Kauf von Gutschriften aus Projekten zur CO₂-Abscheidung und -Speicherung ausgegeben.

„Die Leute wollen wirklich, dass das funktioniert, denn sie schließen weiterhin Verträge ab. Allerdings wurden bisher nur sehr wenige Projekte tatsächlich umgesetzt“, sagte Petre.

Die Pilotanlage von Deep Sky in Alberta, die im vergangenen Sommer den Betrieb aufgenommen hat und voraussichtlich jährlich 3.000 Tonnen CO₂ abscheiden wird, ist so konzipiert, dass mehrere DAC-Unternehmen ihre Technologien dort einsetzen und optimieren können.

Die Emissionsgutschriften, die von dem in London ansässigen Zertifizierungsunternehmen für Klimatechnologie Isometric verifiziert wurden, sind das Ergebnis der ersten Einleitung von 14 Tonnen CO₂ in den Untergrund durch Deep Sky im Mai.

Die regelmäßigen Einleitungen werden fortgesetzt, und Microsoft sowie RBC erhalten vierteljährlich Emissionsgutschriften.

Deep Sky hat zudem Vereinbarungen über CO₂-Zertifikate mit der TD Bank, der Lufthansa und dem französischen Unternehmen Engie geschlossen. Die Unternehmen haben keine finanziellen Details bekannt gegeben.

Petre erklärte, sobald der Teststandort von Deep Sky in Alberta vollständig etabliert sei, plane das Unternehmen die Entwicklung eines groß angelegten kommerziellen DAC-Projekts in Kanada.