Axel Springer hat die Übernahme der traditionsreichen britischen Zeitung "Telegraph" abgeschlossen. Auch die Wettbewerbsbehörden aus Irland und Österreich hätten grünes Licht für den Kauf der rund 170 Jahre alten Zeitung gegeben, teilte der Verlag am Dienstag in Berlin mit. Springer will den "Telegraph" zum führenden bürgerlich-konservativen Medium der englischsprachigen Welt ausbauen. "Heute ist ein Tag, auf den wir lange hingearbeitet haben und an den wir uns immer erinnern werden", sagte Springer-Chef und -Großaktionär Mathias Döpfner. Das deutsche Medienhaus sei 1946 nach dem Zweiten Weltkrieg und mit einer Lizenz durch die britischen Behörden gegründet worden. "Der 'Telegraph' war damals unser Vorbild", sagte Döpfner.

Der Herausgeber von "Bild", "Welt" und "Politico" hatte im März angekündigt, die Telegraph Media Group für 575 Millionen Pfund (rund 668 Millionen Euro) in bar zu übernehmen. Nach dem Kauf der US-Newsplattform Politico 2021 für etwa eine Milliarde Dollar ist dies die zweitgrößte Investition in der 80-jährigen Firmengeschichte. Springer will beim "Telegraph" die Digitalisierung beschleunigen, mehr künstliche Intelligenz einsetzen und mit dem englischsprachigen Blatt in den US-Markt expandieren.

"Telegraph"-Chefredakteur Chris Evans sieht viele Möglichkeiten für Wachstum - im Vereinigten Königreich und in anderen Regionen. "Nach drei schwierigen Jahren ohne Eigentümer freuen wir uns darauf und sind jetzt bereit, uns mit vollem Einsatz auf die weitere Reise zu begeben."