Gesundheitsministerin Nina Warken hat die Verabschiedung des sogenannten Critical Medicines Act durch die 27 EU-Regierungen begrüßt. "Die Einigung ist ein wichtiger Fortschritt für die zuverlässige Versorgung mit kritischen Arzneimitteln wie Antibiotika oder Insulin in Europa", sagte Warken am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Man habe gemeinsam mit den europäischen Partnern in kürzester Zeit eine tragfähige Lösung entwickelt, um die Gesundheitsversorgung in Europa widerstandsfähiger zu machen.
Der Beschluss wurde von den EU-Botschaftern in Brüssel getroffen. Die EU führt mit dem Rechtsakt Anreize für die Diversifizierung von Lieferketten und den Ausbau europäischer strategischer Produktionskapazitäten bei kritischen Medikamenten ein. "Bei den Vergabekriterien für neue Lieferverträge hätten wir uns zur Reduzierung kritischer Abhängigkeiten noch effektivere Anreize für europäisch produzierende Hersteller gewünscht", sagte Warken. Dennoch begrüße es die Bundesregierung als wichtigen Schritt, dass die Produktion in Europa ein wichtiges Kriterium bei der Beschaffung kritischer Arzneimittel werde.
Hintergrund sind Warnungen, dass die EU bei einigen Medikamenten immer abhängiger von Lieferanten wie China, aber auch Indien wird. Seit dem zeitweisen Zusammenbruch von Lieferketten in der Corona-Pandemie sowie durch geopolitische Spannungen ist die Sorge vor zu großen Abhängigkeiten und zu geringer eigener Produktion gestiegen.