Die Berliner Sparkasse bekommt Mitte nächsten Jahres erstmals in ihrer 209-jährigen Geschichte eine Chefin. Vorständin Nancy Plaßmann soll am 1. Juli 2027 die Nachfolge von Vorstandschef Johannes Evers übernehmen, wie die nach Kunden größte Sparkasse Deutschlands am Mittwoch mitteilte. Der 64-jährige Evers gilt als Sparkassen-Urgestein: Er hatte seinen Posten 2009 übernommen, nachdem er zuvor bereits zehn Jahre dem Vorstand angehört hatte. Evers hat damit den Umbau des Instituts von der skandalträchtigen Bankgesellschaft Berlin über die Landesbank Berlin zur einfachen Sparkasse mitbegleitet.
"Es ist heute viel zu früh, Dank zu sagen", erklärte Aufsichtsratschef und Sparkassen-Präsident Ulrich Reuter. "Fest steht, dass die Berliner Sparkasse und die bundesdeutschen Sparkassen sehr viel Anlass haben, ihm dennoch schon jetzt große Anerkennung auszusprechen." Der Aufsichtsrat habe mit Bedauern Evers' Bitte entsprochen, dessen Mandat in einem Jahr zu beenden.
Damit schließe man den langfristig angelegten Generationswechsel in der Führung der Berliner Sparkasse ab. Mit Plaßmann habe man eine erfahrene Vorständin aus dem eigenen Haus gewinnen können, "die über umfassende, erfolgreiche und langjährige Erfahrungen in der Sparkassen-Finanzgruppe verfügt", betonte Reuter.
Die 47-jährige Plaßmann ist seit Oktober 2023 Vorstandsmitglied der Berliner Sparkasse und seit einem Jahr stellvertretende Vorstandsvorsitzende. Sie verantwortet derzeit das Privat- und Firmenkundengeschäft, das Marketing und Vertriebsmanagement, das Kunden- und Produktmanagement, Kreditkartenkunden sowie die Stiftungen. Seit mehr als 25 Jahren arbeitet Plaßmann in der Sparkassen-Finanzgruppe. Ihre Karriere hat sie bei der Sparkasse Osnabrück begonnen. Dort war sie im Privat- und Firmenkundengeschäft sowie zentralen Stabsbereichen tätig und wurde 2018 zum Mitglied des Vorstands ernannt.