Extreme Hitze führt in Deutschland jährlich zu rund 1400 Krankenhausbehandlungen und lässt die Sterblichkeit steigen. Dies teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag auf Grundlage von Daten für die Jahre 2004 bis 2024 mit. Demnach wurde Hitze zwar nur selten als direkte Todesursache festgestellt, sie erhöht jedoch in Kombination mit Vorerkrankungen das Sterberisiko deutlich. So starben in der Vergangenheit bereits mehrfach in Sommerwochen mit Hitzewellen über 20 Prozent mehr Menschen als im Durchschnitt der Vorjahre.
Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zur hitzebedingten Sterblichkeit zeigen, dass Hitzeperioden regelmäßig zu einem Anstieg der Sterblichkeit führen. Hierzu werden Sterbefallzahlen des Statistischen Bundesamtes mit Temperaturmessungen des Deutschen Wetterdienstes kombiniert. Laut RKI gab es die höchste hitzebedingte Sterblichkeit im genannten 20-Jahres-Zeitraum im Jahr 2018 mit schätzungsweise 8500 hitzebedingten Sterbefällen, gefolgt von 2006 mit rund 7700.
Besonders viele hitzebedingte Krankenhausbehandlungen und Todesfälle treten häufig in Jahren mit vielen sogenannten Hitzetagen mit Temperaturen ab 30 Grad Celsius auf. So lag die Zahl der Krankenhausbehandlungen wegen Hitzeschäden im Jahr 2015 mit gut 2300 Fällen um 72 Prozent über dem langjährigen Schnitt. Die Zahl der Todesfälle durch Hitze war mit 60 fast dreimal so hoch. Im Rekord-Hitzejahr 2018 mit den meisten Hitzetagen seit 2004 lag die Zahl der Klinikbehandlungen mit 1600 Fällen um 18 Prozent über dem Durchschnitt.
Deutschland hat gerade erst eine Hitzewelle hinter sich. Ende Juni wurden vielerorts Rekordtemperaturen von teils mehr als 41 Grad Celsius gemessen. Experten weisen auch auf wirtschaftliche Schäden hin. "Extreme Hitze kostet uns alle: als Arbeitnehmer, als Unternehmen und als Steuerzahler", sagte Katharina Utermöhl vom weltgrößten Kreditversicherer Allianz Trade. Ab 30 Grad sinke die Produktivität mit jedem weiteren Grad um rund drei Prozent, während die Energiekosten um etwa 1,2 Prozent steigen. Da Deutschland diese Schwelle inzwischen immer häufiger und über längere Zeiträume überschreite, dürften sich die wirtschaftlichen Schäden bis 2030 auf einen dreistelligen Milliardenbetrag summieren. "Neben geringeren Steuereinnahmen entstehen erhebliche Mehrausgaben für die Gesundheitsversorgung hitzebedingter Erkrankungen, die Beseitigung von Infrastrukturschäden und die soziale Absicherung", so Utermöhl.