Trotz wiederkehrender Hitzewellen wird nur rund jedes 20. neue Wohngebäude in Deutschland mit einer Anlage zur Kühlung ausgestattet. Im Jahr 2025 verfügten 4,3 Prozent der fertiggestellten Wohngebäude über eine solche Technik, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Der Anteil hat sich damit binnen zehn Jahren mehr als verdoppelt: 2015 lag er noch bei 1,9 Prozent. Unter Anlagen zur Kühlung verstehen die Statistiker neben klassischen Klimaanlagen auch Deckenkühlungen oder Fußbodenheizungen mit Kühlfunktion.
Deutlich häufiger sind Büro- und Verwaltungsgebäude klimatisiert. Hier wurde mehr als jedes dritte im vergangenen Jahr fertiggestellte Gebäude (37,8 Prozent) mit einer Kühlanlage versehen. Die Statistiker führen dies auch auf gesetzliche Vorgaben zum Arbeitsschutz und die Fürsorgepflicht von Arbeitgebern gegenüber Beschäftigten zurück.
Annähernd so hoch ist der Anteil in neuen Gebäuden für Bildung und Forschung (33,9 Prozent) sowie im Gesundheitswesen (34,4 Prozent). Deutlich seltener werden dagegen Gebäude des Sozialwesens wie Kitas oder Pflegeeinrichtungen mit Kühlanlagen ausgestattet. Hier lag die Quote im vergangenen Jahr bei 14,5 Prozent.
Die jüngste Hitzewelle mit Rekordtemperaturen von mehr als 41 Grad hat eine Debatte darüber ausgelöst, ob insbesondere Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen ausreichend mit Klimaanlagen versorgt sind. Die Bundesregierung hat die Anpassung Deutschlands an Hitzewellen als große Herausforderung bezeichnet und zugleich vor allem Länder und Kommunen in die Pflicht genommen. Umweltminister Carsten Schneider (SPD) wies darauf hin, dass den Kommunen 100 Milliarden Euro für Investitionen zur Verfügung gestellt worden seien. Zu Forderungen etwa der Grünen nach einem besseren Schutz von Krankenhäusern und Pflegeheimen sagte Schneider am Montag im Deutschlandfunk: "Das können die Länder ja auch machen." Sie hätten im Rahmen des Sonderprogramms 100 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt bekommen, "und es steht ihnen vollkommen frei, dass sie ... die Mittel darin auch investieren."