- von Varun Sahay
Air Products NYSE:APD hat sein Projekt „Louisiana Clean Energy Complex“ eingestellt und angekündigt, im dritten Quartal Aufwendungen vor Steuern in Höhe von bis zu 2,9 Milliarden US-Dollar zu verbuchen.
Der Industriegashersteller teilte am Dienstag mit, dass eine eingehende Prüfung ergeben habe, dass die erwarteten finanziellen Erträge aus dem Projekt nicht seinen Kriterien entsprechen würden.
Air Products hatte in Louisiana den nach eigenen Angaben weltweit größten Komplex für kohlenstoffarme Energie entwickelt und plante, dort „blaues Ammoniak“ für internationale Abnehmer zu produzieren.
Die Aktien des Unternehmens, das zudem eine CO₂-freie Flüssigwasserstoffanlage in Casa Grande, Arizona, sowie weitere kleinere Projekte zur Förderung der Verteilung sauberer Energie eingestellt hat, legten im Vormittagshandel um 8,6 Prozent zu.
Air Products erklärte, man gehe nicht davon aus, dass die mit den Aufwendungen verbundenen Barausgaben 925 Millionen US-Dollar übersteigen würden, und rechne nach endgültigen Abrechnungen mit Dritten mit geringeren Barausgaben.
Ausschlaggebend für den Ausstieg waren laut Angaben des Unternehmens schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen, projektspezifische wirtschaftliche Faktoren sowie eine langsamer als erwartete Entwicklung in bestimmten Märkten, vor allem im Bereich Wasserstoff für die Mobilität.
Die Trump-Regierung treibt eine Agenda der „Energiedominanz“ voran, die auf Öl, Gas, Kohle und Kernenergie basiert und damit eine deutliche Abkehr von der auf grüne Energie ausgerichteten Politik seines Vorgängers Joe Biden darstellt.
Unabhängig davon gaben Air Products und Yara International ASA OSL:YAR bekannt, dass sie derzeit eine Vermarktungs- und Vertriebsvereinbarung für erneuerbares Ammoniak aus dem NEOM Green Hydrogen Project in Saudi-Arabien abschließen.
„Ursprünglich hatten wir erwartet, dass dieser Deal inzwischen abgeschlossen sein würde, allerdings war das vor dem Ausbruch des Krieges im Nahen Osten, daher sind wir über die offensichtliche Verzögerung nicht allzu besorgt“, so Analysten von Vertical Research Partners.
Ende letzten Jahres hatten die Unternehmen erklärt, Yara könne die Ammoniak-Produktions- und Vertriebsanlagen des LCEC-Projekts erwerben.
Yara teilte am Dienstag mit, dass man die geplante Übernahme nicht weiterverfolgen und das Kapital stattdessen in andere Investitionsmöglichkeiten im Ammoniakbereich in den USA umschichten werde.