- von Jaspreet Singh

Getty Images NYSE:GETY gab am Dienstag bekannt, dass es die geplante Fusion mit Shutterstock NYSE:SSTK abgesagt hat, da die britische Wettbewerbsbehörde den Verkauf des redaktionellen Geschäftsbereichs von Shutterstock als Bedingung für die Genehmigung verlangt hatte.

Zwei der größten Akteure in der Branche für lizenzierte Bildinhalte hatten im Januar letzten Jahres die Fusion angekündigt, um ein für das KI-Zeitalter gerüstetes Bildarchiv-Schwergewicht im Bewertung von 3,7 Milliarden US-Dollar zu schaffen.

Das Scheitern der Fusion erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem beide Unternehmen zunehmender Konkurrenz durch KI-Bildgeneratoren ausgesetzt sind, die eine kostengünstigere und einfachere Möglichkeit zur Erstellung von Bildmaterial bieten.

„Wir sind nicht davon überzeugt, dass die Größe mehr bewirkt hätte, als den Wettbewerbsdruck noch ein wenig länger abzuwehren, aber ohne die Größe, die die Fusion mit sich gebracht hätte, sehen die Aussichten für beide Unternehmen noch schwieriger aus“, sagte Luke Stillman, Geschäftsführer der Trendberatungsfirma Madison and Wall.

Die Aktien von Getty legten im volatilen nachbörslichen Handel um etwa 1,1 Prozent auf 0,87 US-Dollar zu, während die von Shutterstock um etwa 29 Prozent auf 9,95 US-Dollar einbrachen.

Die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (Competition and Markets Authority) hatte die Fusion im Mai unter Auflagen genehmigt und Shutterstock dazu verpflichtet, seinen redaktionellen Geschäftsbereich zu veräußern, um Bedenken hinsichtlich der Versorgung mit Nachrichteninhalten im Land auszuräumen.

Die unabhängige Untersuchungsgruppe der Regulierungsbehörde hatte festgestellt, dass das redaktionelle Geschäft, sollte es nicht verkauft werden, die Auswahl für britische Medienunternehmen einschränken und letztendlich zu Preissteigerungen für Kunden führen könnte, da Shutterstock einer der „wenigen bedeutenden“ Konkurrenten von Getty ist.

Getty werde den Vertrag nach Ablauf der verlängerten Frist am 6. Juli offiziell kündigen, hieß es in einer am Dienstag eingereichten Meldung an die Aufsichtsbehörde.

Shutterstock reagierte nicht sofort auf eine Anfrage von Reuters nach einer Stellungnahme.

Getty, das bei der Bereitstellung von Fotos und Videos für redaktionelle Zwecke mit Reuters und der Associated Press konkurriert, teilte mit, dass sein Verwaltungsrat zudem plane, einen Finanzberater zu beauftragen, um strategische Finanzierungsoptionen für das Unternehmen zu prüfen.