Erneuerbare Energien aus Wind, Sonne und Wasser haben im ersten Halbjahr 2026 einen Rekordanteil von 58 Prozent am deutschen Stromverbrauch gedeckt. Dies sei ein Plus von fast drei Prozentpunkten im Vergleich zum windschwachen Vorjahreszeitraum, teilten der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) am Mittwoch mit. Der Anstieg sei insbesondere auf die höhere Stromerzeugung aus Windenergie an Land und auf See zurückzuführen. Die Stromerzeugung aus Photovoltaik lag ebenfalls leicht über dem Vorjahreswert. Insgesamt erzeugten Erneuerbare-Energien-Anlagen von Januar bis Juni 152,2 Milliarden Kilowattstunden Strom.

Die Verbände forderten von der Bundesregierung mehr Tempo bei anstehenden Gesetzesvorhaben. "Investitionen fließen nur dort, wo verlässliche Regeln gelten", sagte BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae mit Verweis auf Novellen zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und zum Wind-auf-See-Gesetz. "Das erste halbe Jahr ist um und es liegen noch nicht einmal Gesetzentwürfe vor." Federführend für die Vorhaben ist Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU).

Frithjof Staiß, Vorstand des ZSW, betonte, ein höherer Anteil Erneuerbarer Energien mache Deutschland unabhängiger von fossilen Importen und widerstandsfähiger gegen Energiepreisschocks. Der Ausbau sei zudem "unser schärfstes Schwert im Kampf gegen den Klimawandel".

Insgesamt lag die Bruttostromerzeugung demnach im ersten Halbjahr bei 263,5 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) bei einem Bruttostromverbrauch von 262,4 Mrd. kWh. Den größten Anteil an der erneuerbaren Erzeugung hatte die Windkraft an Land mit 52,9 Mrd. kWh, gefolgt von Photovoltaik mit 52,4 Mrd. kWh. Der Anteil der Erneuerbaren an der Bruttostromerzeugung, die die gesamte in Deutschland produzierte Strommenge umfasst, lag bei 57,7 Prozent.