FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax XETR:DAX hat am Mittwoch zum Juli-Auftakt über der 25.000-Punkte-Marke geschlossen. Der Start in die zweite Jahreshälfte verlief über weite Strecken durchwachsen. Er legte um 0,18 Prozent auf 25.040,28 Punkte zu. Für den MDax XETR:MDAX ging es sogar noch deutlicher um 0,78 Prozent auf 32.056,64 Zähler nach oben.
Gut an kam, dass in der katarischen Hauptstadt Doha laut Medienberichten indirekte Gespräche zwischen Vertretern der USA und des Iran begonnen haben. Vor der Mitte Juli wieder anlaufenden Saison der Unternehmensberichte muss sich der Dax nun nachhaltig über den 25.000 Punkten beweisen, denn einen Schlusskurs darüber gab es seit Mitte Juni nur selten. Seit Tagen bewegt er sich in einer Spanne von 24.550 bis 25.200 Punkten ohne klaren Trend.
"Der Markt bleibt in einer Phase, in der positive Impulse zwar kurzfristig stützen, aber noch nicht ausreichen, um eine neue Trendbewegung einzuleiten", schrieb Analyst Martin Utschneider vom Broker Robomarkets. Keine klaren Impulse lieferten auch durchwachsene US-Wirtschaftsdaten und die Nachricht, dass sich die Inflation in der Eurozone im Juni stärker als erwartet abgeschwächt hat.
In einem Umfeld erholter Rüstungswerte hatten die Aktien von Rheinmetall XETR:RHM mit einem Kurssprung um sechs Prozent die Nase im Dax vorn. Schon den dritten Tag in Folge nutzten Schnäppchenjäger die zuletzt gedrückten Kurse zum Einstieg. In der vergangenen Woche waren die Papiere des Rüstungskonzerns nach dem Verlust eines Bundeswehr-Großauftrags auf den tiefsten Stand seit Februar 2025 gefallen.
Ebenfalls deutlich erholt zeigten sich mit 5,1 Prozent Plus die schwergewichtigen SAP XETR:SAP-Aktien. Im Technologiesektor setzte sich ein zuletzt gewohntes Spiel fort: Anleger schwenken an Tagen, an denen sie bei KI-Profiteuren Gewinne mitnehmen, kurzfristig auf die schwach gelaufene Softwarebranche um. In dieser geht seit geraumer Zeit die Sorge vor einer KI-Bedrohung um.
Auf der Verliererseite standen im Dax umgekehrt so die Aktien des Chipkonzerns Infineon XETR:IFX, die den Gewinnmitnahmen bei Branchenwerten im Mittwochshandel an der US-Börse Nasdaq folgten. Aus dem Handel gingen sie 4,6 Prozent unter ihrem Vortagsniveau. Auch andere deutsche KI-Profiteure wie Hochtief XETR:HOT und Siemens Energy XETR:ENR gaben nach.
Schwache Umsatzprognosen von Nike NYSE:NKE belasteten am Mittwoch die Kurse von Adidas XETR:ADS und Puma XETR:PUM nicht nachhaltig. In den Nike-Titeln war wohl schon viel Negatives eingepreist, wie der Dreh ins Plus des US-Konkurrenten zeigte. Dem folgten auch die beiden deutschen Konzerne mit bis zu 1,6 Prozent in die Gewinnzone.
In der zweiten und dritten Börsenreihe folgten größere Bewegungen bei Renk XETR:R3NK, Hensoldt XETR:HAG und Nemetschek XETR:NEM auch dem Schema gefragter Rüstungs- und Softwarewerte.
Im SDax XETR:SDXP gewannen die Aktien von Redcare Pharmacy XETR:RDC 5,6 Prozent. Sie versuchen weiterhin, einen hartnäckigen Widerstand bei etwa 70 Euro zu überwinden.
Airbus EURONEXT:AIR wurde im Dax von Analystenkommentaren gestützt. Nach einer Kaufempfehlung von MWB Research und der Erwähnung der Bank of America, dass die Aktien eine Top-Idee für das dritte Quartal seien, legten die Titel des Flugzeugbauers um zwei Prozent zu.
An den europäischen Börsen war das Gesamtbild am Mittwoch schlechter. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 STOXX:SX5E gab um 0,7 Prozent nach. Außerhalb der Eurozone schlossen die Leitindizes in Zürich und London ebenfalls mit Verlusten. In New York zeigte sich der Dow Jones Industrial <US2605661048> robust, während der technologielastige Nasdaq 100 <US6311011026> dort um zuletzt ein Prozent fiel./tih/he