NEW YORK (dpa-AFX) - Der bekannteste Wall-Street-Index Dow Jones Industrial <US2605661048> hat am Mittwoch nach einem Rekordhoch kaum verändert geschlossen. Die technologielastige Nasdaq-Börse gab dagegen einen Teil ihrer kräftigen Erholungsgewinne der vergangenen zwei Handelstage ab.
Mit Blick auf Konjunktur- und Stimmungsdaten aus den USA rückt zunehmend der Arbeitsmarktbericht für Juni in den Blick. Er wird wegen des Nationalfeiertags am Freitag bereits am Donnerstag veröffentlicht. Die Arbeitsmarktdaten des privaten Dienstleisters ADP bewegten kaum. Sie sowie die Daten zur Unternehmensstimmung im Verarbeitenden Gewerbe (ISM) blieben zwar etwas hinter den Schätzungen zurück, doch ein sonderlicher Dämpfer für die Zinserhöhungserwartungen am Markt seien sie dennoch nicht, hieß es seitens der Helaba.
Der Dow, der zeitweise über 53.700 Punkte auf eine Bestmarke geklettert war, ging mit minus 0,03 Prozent auf 52.305,24 Punkte aus dem Tag. Unterstützt wurde er während seines Rekordlaufs nicht zuletzt von Software-Aktien. Nach einer zuletzt erneut starken Nachfrage nach Chip-Aktien, die die Nasdaq-Börse seit dem Wochenauftakt stark angetrieben hatten, wurde nun der Software-Branche der Vorzug gegeben.
Der Nasdaq 100 <US6311011026> gab um 1,54 Prozent auf 29.809,13 Punkte nach. Am Montag und Dienstag hatte sich der Technologie-Auswahlindex mit einem Gesamtplus von 4 Prozent weitgehend von seinem jüngsten Rücksetzer erholt. Der marktbreite S&P 500 <US78378X1072>, der, was das abgeschlossene zweite Quartal betrifft, auf das stärkste seit sechs Jahren zurückblicken kann, verlor 0,22 Prozent auf 7.483,23 Zähler.
Erneut zogen Aktien mit Fokus auf das Thema Künstliche Intelligenz (KI) Aufmerksamkeit auf sich, denn Meta NASDAQ:META will Kreisen zufolge ein Cloud-Infrastrukturgeschäft aufbauen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen berichtet, könnte der Zugang zu überschüssiger KI-Rechenleistung und zu KI-Modellen an externe Kunden verkauft werden.
Zudem erwäge der Tech-Gigant, den Zugang zu "roher" Rechenkapazität zu verkaufen, ähnlich wie andere sogenannte "Neocloud"-Anbieter, etwa CoreWeave NASDAQ:CRWV und Nebius NASDAQ:NBIS. Während die Meta-Aktie im Nasdaq 100 mit plus 9 Prozent von dieser Neuigkeit profitierte, büßten CoreWeave dort knapp 14 Prozent ein und Nebius als Schlusslicht 17 Prozent. Unter den Branchengrößen mit Cloudgeschäft verloren zudem Oracle NYSE:ORCL 2,8 Prozent.
Salesforce NYSE:CRM zählten mit plus 4,2 Prozent zu den besten Werten im Dow. Die Aktie des Softwareherstellers profitierte wie andere Branchenwerte davon, dass an diesem Tag Software-Titel wieder gefragt waren, während Chip-Aktien unter Druck standen. Obendrein hatte die Investmentbank Guggenheim das Papier auf "Buy" hochgestuft.
Unter den Standardwerten ging der Blick vor allem zu Nike NYSE:NKE. Der Sportwarenkonzern übertraf mit seinem Quartalsbericht überwiegend die Erwartungen. Dennoch wies der Adidas XETR:ADS-Rivale auf eine insgesamt trübe Branchenstimmung hin. Analysten nannten zwar die gesenkte Umsatzprognose enttäuschend. Doch sei das Ergebnisziel je Aktie beibehalten worden, hieß es etwa von der Bank of America. Dass die Aktie an der Dow-Spitze um knapp 5 Prozent stieg, dürfte aber auch der vorangegangenen Kursschwäche geschuldet sein. Erst vor wenigen Tagen war sie mit 40 US-Dollar auf den tiefsten Stand seit 12 Jahren gesackt.
Alcoa <US0138171014> büßten knapp 9 Prozent ein. Der Aluminiumkonzern einigte sich mit South32 darauf, große Teile der Aluminium-Assets von South32 zu übernehmen. Von dem Geschäft erhofft sich Alcoa Vorteile entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Im Blick stand zudem ein Börsengang. Das Papier des in Mailand ansässigen Unternehmens Bending Spoons NASDAQ:BSP, das angeschlagene Softwarefirmen aufkauft, startete bei 31 Dollar und damit 2 Dollar über dem Ausgabepreis. Aus dem Handel ging das Papier mit 40,50 Dollar. Das Unternehmen und Investoren wie Baillie Gifford verkauften knapp 58 Millionen Papiere. Die Marktkapitalisierung nach Börsenschluss liegt bei knapp 26 Milliarden Dollar./ck/he
--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---