Der angeschlagene Agrarkonzern BayWa XETR:BYW will den Wind- und Solarpark-Entwickler BayWa r.e. Insidern zufolge mittels einer Treuhandlösung aus der Bilanz bekommen. Die Tochter, an der die BayWa AG 51 Prozent hält, soll sich den Plänen zufolge unter der Ägide eines Treuhänders sanieren, der für eine gewisse Zeit auch die Rolle des Gesellschafters übernimmt, wie zwei Insider der Nachrichtenagentur Reuters am Montag sagten. Auch der Schweizer Investor Energy Infrastructure Partners (EIP), der die übrigen 49 Prozent hält, müsste seine Anteile dann vorübergehend an den Treuhänder übergeben. Dadurch würde die BayWa AG entschuldet, was ihre Sanierung erleichtern würde. Wirtschaftlich bleiben die BayWa AG und EIP aber die Eigentümer.

Die Gespräche mit Banken und Eigentümern über ein neues Sanierungskonzept für die Muttergesellschaft sind zwei Insidern zufolge auf der Zielgeraden. Darüber hatte das "Handelsblatt" zuerst berichtet. Die Krise der BayWa r.e. war der Hauptgrund, weshalb die BayWa AG ihr Sanierungskonzept nochmals aufschnüren musste. BayWa-Sanierer Michael Baur hatte 1,7 Milliarden Euro aus dem Verkauf des Anteils an der BayWa r.e. eingeplant, mit denen die Verschuldung der BayWa AG abgebaut werden sollte. Ein solcher Erlös ist - jedenfalls bis 2028 - aber nicht mehr realistisch, weil sich die Lage bei der Tochter verschlechtert hat. Deren Sanierung - einschließlich des Ausstiegs aus dem US-Geschäft - dürfte sich bis 2030 hinziehen.

Teil des neuen Sanierungskonzepts für die BayWa AG ist eine neuerliche Kapitalspritze der beiden Großaktionäre aus Bayern und Österreich und - erstmals - auch ein Verzicht der Banken auf einen Teil ihrer Kredite. Dem "Handelsblatt" zufolge geht es um einen Schuldenschnitt um einen höheren dreistelligen Millionenbetrag. BayWa und EIP wollten sich dazu am Montag nicht äußern.