Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau kommt nicht in Schwung. Im Mai sank der Auftragseingang um ein Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie der Branchenverband VDMA am Donnerstag mitteilte. Einem Orderplus von einem Prozent aus dem Ausland stand ein Rückgang von drei Prozent im Inland gegenüber. Die Entwicklung im Ausland war jedoch gespalten: Während die Bestellungen aus den Nicht-Euro-Ländern um elf Prozent zulegten, brachen sie in der Euro-Zone um 21 Prozent ein.
"Von einer echten Dynamik im Geschäft ist leider nur ansatzweise etwas zu spüren", sagte VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt. Die Branche bleibe wegen weltweiter Krisen und der Sorge vor Lieferengpässen in Wartestellung. Gernandt forderte die Bundesregierung zu schnellen Reformen auf: "Unser Industriestandort braucht dringend ein maßgebliches Upgrade."
Der VDMA hatte im Juni seine Produktionsprognose für 2026 gesenkt und erwartet nun nur noch eine Stagnation statt eines leichten Anstiegs um ein Prozent. In einer ohnehin angespannten wirtschaftlichen Lage hätten die Folgen des Kriegs in der Golfregion die Aussichten für den Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland weiter eingetrübt.