- von Colleen Goko

Das südafrikanische Verfassungsgericht entschied am Dienstag, dass die Wettbewerbsbehörden Vorwürfe der Devisenmarktmanipulation gegen sechs Banken, darunter JPMorgan Chase NYSE:JPM, BNP Paribas EURONEXT:BNP und HSBC LSE:HSBA, weiterverfolgen können. Damit ist der Weg frei für eine umfassende Anhörung zu den Vorwürfen, dass globale Kreditinstitute vor mehr als einem Jahrzehnt gemeinsam den Rand manipuliert haben sollen.

Das Urteil sichert nach jahrelangen Rechtsstreitigkeiten den Fortbestand eines der größten Fälle von Marktmanipulation in Südafrika.

Der Fall ist Teil einer umfassenderen weltweiten Razzia gegen Devisenkursmanipulationen, die mehr als ein Jahrzehnt zurückreichen. Diese Razzia führte dazu, dass einige der weltweit größten Investmentbanken insgesamt mehr als 11 Milliarden US-Dollar an Geldstrafen zahlten, um Vorwürfe von US-amerikanischen, britischen und europäischen Aufsichtsbehörden beizulegen, wonach Händler jahrelang Wechselkurse manipuliert hätten.

Die südafrikanische Wettbewerbskommission hatte den Fall erstmals 2017 an das Wettbewerbsgericht verwiesen und behauptet, Händler großer Banken hätten zwischen 2007 und 2013 ihre Handelsaktivitäten auf dem US-Dollar-Rand-Markt koordiniert, größtenteils über private Online-Chatrooms.

In einem von Richter Owen Rogers verkündeten Urteil bestätigte das Gericht, dass das Verfahren gegen BNP Paribas, JPMorgan Chase & Co, JPMorgan Chase Bank N.a., Investec, Standard Americas Incorporated und HSBC Bank Plc in einer vollständigen Verhandlung fortgesetzt wird.

JPMorgan, BNP und HSBC lehnten eine Stellungnahme ab. Investec und Standard Americas reagierten nicht sofort auf Anfragen nach einer Stellungnahme.

In der Klage wird behauptet, dass auch Standard Chartered, Citibank, Absa und Barclays beteiligt waren, doch diese Banken haben bereits einen Vergleich geschlossen oder eine Kronzeugenregelung in Anspruch genommen.

Unter den Banken, die den Fall beigelegt haben, gab Standard Chartered im Jahr 2023 unzulässiges Verhalten zu und zahlte mehr als 42 Millionen Rand (2,6 Millionen US-Dollar).

Versuche der Kommission, Klagen gegen eine Reihe weiterer Kreditinstitute wieder aufzunehmen – darunter die Bank of America NYSE:BAC, die Standard Bank, Nomura, die Commerzbank, Nedbank, FirstRand und Credit Suisse Securities (USA) LLC – scheiterten.

Der Fall, über den das südafrikanische Verfassungsgericht am Dienstag entschieden hat, wird nun an das Wettbewerbsgericht zurückverwiesen, wo die Vorwürfe zum ersten Mal seit Einleitung des Verfahrens durch die Kommission vor fast einem Jahrzehnt in der Sache geprüft werden sollen.

(1 US-Dollar = 16,3702 Rand)