Nach dem auf unbestimmte Zeit verschobenen Börsengang des deutsch-französischen Rüstungskonzerns KNDS haben die Grünen von einem "Desaster für die Bundesregierung" gesprochen. Dies sei das Ergebnis einer strategielosen Industriepolitik und der Gier einer Milliardärsfamilie, die den Staat in dieser Sicherheitslage im Schwitzkasten halte, sagte der haushaltspolitische Sprecher der Grünen, Sebastian Schäfer, am Mittwochabend der Nachrichtenagentur Reuters. "Nun macht die Besitzerfamilie von KNDS einen Rückzieher, weil ihnen offenkundig der Milliardenerlös noch nicht ausreicht."

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte erst am vergangenen Freitag grünes Licht für den Einstieg des Bundes bei dem Panzerbauer für bis zu 7,2 Milliarden Euro gegeben. Der deutsch-französische Panzerhersteller hatte am Mittwochabend mitgeteilt, seinen für den Sommer geplanten Börsengang wegen des eingetrübten Marktumfelds für Rüstungswerte zu verschieben.