Die zuletzt arg gebeutelte japanische Landeswährung Yen FX_IDC:USDJPY ist gegenüber dem Dollar am Donnerstag auf Erholungskurs gegangen. Der Greenback verlor zeitweise ein Prozent auf 160,00 Yen. In dieser Woche war die japanische Währung auf den tiefsten Stand seit 40 Jahren gefallen, dies schürte Spekulationen auf eine baldige Intervention am Devisenmarkt. Was nun zu der kräftigen Bewegung nach oben führte, blieb zunächst unklar. Das japanische Finanzministerium lehnte eine Stellungnahme ab. Händler und Strategen äußerten unterschiedliche Meinungen - einige vermuteten, die Behörden hätten die Kurse am Markt überprüft.
"Wir müssen die Daten abwarten, um festzustellen, ob es sich um eine Intervention handelt," sagte Abbas Keshvani, Asien-Makrostratege bei RBC Capital Markets in Singapur. Nach Reuters-Informationen ändern japanische Beamte nun ihre Strategie und vermeiden, Interventionen am Markt im Vorfeld anzudeuten. Quellen zufolge könnte das Finanzministerium nun abrupter eingreifen und damit auch aggressiver vorgehen.
Japan gab zwischen Ende April und Anfang Mai rekordverdächtige 11,7 Billionen Yen (72 Milliarden US-Dollar) für Interventionen auf den Devisenmärkten aus. Der Aufschwung der Landeswährung war jedoch nur von kurzer Dauer.
Das langsamere Zinserhöhungs-Tempo der Bank of Japan (BOJ) hat den Leitzins, der aktuell bei einem Prozent liegt, deutlich unter dem der US-Notenbank (Fed) von 3,50 bis 3,75 Prozent gehalten. Dadurch bleibt die große Zinsdifferenz bestehen, die den Yen-Verkauf begünstigt und dem Dollar Rückenwind verleiht.
Am Donnerstag geriet der Greenback allerdings auf breiter Front unter Druck. Der Dollar-Index TVC:DXY verlor vor der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten bis zu 0,5 Prozent auf 100,92 Punkte. "Der Bericht über die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft für Juni wird wichtig sein, um die Aussichten auf Zinserhöhungen der Fed in diesem Jahr einzuschätzen," sagte Lee Hardman, leitender Währungsanalyst bei MUFG. Zur Verstärkung der Aufwärtsdynamik beim US-Dollar sei ein weiterer kräftiger Anstieg der Beschäftigung und/oder ein Rückgang der Arbeitslosenquote erforderlich. Experten erwarteten jedoch, dass sich der Jobaufbau auf dem US-Arbeitsmarkt im Juni spürbar abgeschwächt hat. Von Reuters befragte Experten rechnen mit einem Stellenplus von nur noch 110.000, nach 172.000 im Mai.