Die Deutsche Bank XETR:DBK zieht sich aus dem Geschäft mit Privatkunden und Millionären in Indien zurück. Sie verkauft ihr dortiges Filial-, Private-Banking- und Vermögensverwaltungs-Geschäft an die indische Kotak Mahindra Bank NSE:KOTAKBANK, wie die beiden Institute am Dienstag mitteilten. Rund 1000 Mitarbeiter sollen zu Kotak wechseln. Der neue Eigentümern bezifferte den Kaufpreis auf 2,82 Milliarden Rupien (umgerechnet 26 Millionen Euro). Die Deutsche Bank hat in Indien 150.000 Privatkunden mit Einlagen von umgerechnet rund 1,5 Milliarden Euro, einem verwalteten Vermögen von einer Milliarde Euro und Krediten über 2,7 Milliarden Euro.

"Der geplante Ausstieg der Privatkundenbank aus dem inländischen Geschäft mit Privatkunden sowie wohlhabenden und vermögenden Kunden in Indien stellt einen weiteren Schritt dar, unser Geschäft zu vereinfachen und uns auf unsere Stärken zu konzentrieren", sagte Privatkundenvorstand Claudio de Sanctis. Mit im Ausland lebenden Indern und mit indischen Firmen wolle die Deutsche Bank weiter im Geschäft bleiben. Durch den Verkauf werde Kapital freigesetzt, das die Bank in wachstums- und renditestärkere Geschäfte investieren könne, sagte de Sanctis.

Die Deutsche Bank hatte das Geschäft im vergangenen Jahr zum Verkauf gestellt. Ausländische Banken tun sich in Indien trotz des wachsenden Wohlstands schwer, weil die Konkurrenz mit heimischen Banken groß ist und sie regulatorischen Beschränkungen unterliegen.