- von Sabine Siebold und Tim Hepher

Die Nato plant, ihre veraltete Flotte von AWACS-Flugzeugen durch „GlobalEye“-Überwachungsflugzeuge des schwedischen Herstellers Saab OMXSTO:SAAB_B zu ersetzen, wie vier mit der Angelegenheit vertraute Insider gegenüber Reuters angaben – ein Schritt, der die angespannten Beziehungen zu US-Präsident Donald Trump auf die Probe stellen könnte.

Trump drängt die Verbündeten seit langem dazu, amerikanische Waffen zu kaufen, und hat wiederholt mit einem Austritt aus der Nato gedroht. Dabei wirft er den europäischen Staaten vor, sich auf Kosten der USA auf die Sicherheit des Kontinents auszuruhen.

Den Insider zufolge wird die Nato die „GlobalEye“-Pläne während eines Treffens ihrer Mitglieder am 7. und 8. Juli in der türkischen Hauptstadt Ankara bekannt geben.

Die Nato reagierte nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme. Saab lehnte eine Stellungnahme ab.

Mit ihren markanten, neun Meter breiten Radarkuppeln fungieren die 14 Flugzeuge des Luftüberwachungs- und Kontrollsystems (AWACS) der Nato seit 1982 als deren „Augen am Himmel“.

Die auf dem Luftwaffenstützpunkt Geilenkirchen in Deutschland stationierte AWACS-Flotte wird seit dem Beginn des russischen Krieges in der Ukraine () in großem Umfang für NATO-Überwachungsmissionen entlang der Ostflanke des Bündnisses eingesetzt.

Im Rahmen des Ersatzplans könnte der Stützpunkt laut den Insider schließlich zur Heimat der weltweit größten Flotte von „GlobalEye“-Überwachungsjets werden. Das System, das 2018 erstmals flog, basiert auf dem Geschäftsflugzeug „Global 6500“ des kanadischen Herstellers Bombardier TSX:BBD.A.

GlobalEye konkurriert mit dem E-7 Wedgetail von Boeing NYSE:BA, einem Frühwarn- sowie Führungs- und Kontrollflugzeug, das auf dem Passagierflugzeug 737 basiert und zur Überwachung und Leitung von Kampfhandlungen konzipiert ist.

Im Jahr 2025 gab die Nato ihre ursprünglichen Pläne zum Kauf von sechs Boeing E-7 Wedgetail-Flugzeugen auf, nachdem ihr größter Kunde, das Pentagon, seine Pläne zum Kauf von 26 dieser Flugzeuge verworfen hatte und stattdessen verstärkt auf Satelliten setzen wollte.

Unter dem Druck von US-Gesetzgebern erklärte Verteidigungsminister Pete Hegseth jedoch im Mai vor einem Kongressausschuss, dass das Pentagon darauf dränge, das Flugzeug wieder in den Haushalt aufzunehmen.