Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat sich erneut hinter die von der Regierung geforderten strengeren Kapitalanforderungen für die UBS SIX:UBSG gestellt. Die Schweizer Großbank verfüge bereits über ausreichend Kapital, um die geplanten strengeren Vorgaben der Behörden zu erfüllen, hieß es in dem am Donnerstag veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht der SNB. Die geplante vollständige Eigenkapitalunterlegung von ausländischen Beteiligungen führe zwar zu einem Anstieg der Anforderungen an das harte Kernkapital (CET1) um rund 20 Milliarden Dollar. Die tatsächliche Kapitallücke belaufe sich jedoch auf neun Milliarden Dollar. Da die Bank Ende 2025 bereits über Kapitalreserven in exakt dieser Höhe verfügt habe, könne sie die neuen Vorgaben schon jetzt erfüllen.
Zudem erklärte die SNB, dass die UBS angesichts einer Übergangsfrist von sieben Jahren und der erwarteten Gewinne in der Lage sein dürfte, die Anforderungen einzuhalten und gleichzeitig weiterhin Gewinne an ihre Aktionäre auszuschütten.
Die strengeren Kapitalvorschriften sind eine Reaktion auf den Kollaps der Credit Suisse, die 2023 im Zuge einer von der Regierung orchestrierten Notübernahme von der UBS geschluckt wurde. Mit den neuen Vorgaben will die Regierung verhindern, dass der Steuerzahler im Falle einer zukünftigen UBS-Krise zur Kasse gebeten wird. Die SNB betonte, dass die vorgeschlagene Regulierung die UBS nicht zu einem internationalen Außenseiter mache und die Wettbewerbsfähigkeit der Bank erhalten bleibe.
Die UBS lehnt die strengeren Kapitalanforderungen ab. Entscheiden wird schließlich das Schweizer Parlament. Erste Weichenstellungen dazu werden im August erwartet.