Geopolitische Spannungen im Nahen Osten und Sorgen um die Bewertungen im Technologiesektor haben die asiatischen Börsen am Montag belastet. An der Börse Tokio (.TSE) gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index TVC:NI225 0,7 Prozent auf 68.869,43 Punkte nach und der breiter gefasste Topix TSE:TOPIX blieb fast unverändert bei 3.960,38 Zählern. Die Börse Shanghai SSE:000001 verlor 0,2 Prozent auf 4.017,21 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen SZSE:399300 fiel um 0,2 Prozent auf 4.856,19 Punkte.
Für Verunsicherung sorgte der Handelsstreit zwischen Peking und Tokio. Das chinesische Handelsministerium setzte 20 japanische Einrichtungen, darunter Töchter von Mitsubishi TSE:8058 und Fujitsu TSE:6702, auf eine Exportkontrollliste und warf Japan eine "Remilitarisierung" vor. Zudem drückten Sorgen über hohe Bewertungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) auf Technologiewerte, die zu den Verlierern zählten. Es gebe eine wachsende Unsicherheit darüber, "wann sich diese Investitionen in einem Gewinnwachstum niederschlagen, das die aktuellen Bewertungen rechtfertigt", erklärte Marktanalyst Tony Sycamore von IG. Anleger schichteten stattdessen in kleinere, zyklischere Segmente um, die zu den Gewinnern gehörten.
In Japan rückte zudem ein neuer Wirtschaftsplan von Ministerpräsidentin Sanae Takaichi in den Fokus. Die Regierung strebt ein jährliches reales Wirtschaftswachstum von mehr als einem Prozent an. Der Entwurf fordert die japanische Notenbank auf, ihre Geldpolitik an dieser Wachstumsagenda auszurichten. "Eine angemessene geldpolitische Steuerung ist extrem wichtig", hieß es in dem Dokument. In China stützte die Zentralbank den Markt derweil mit einer neuen Maßnahme: Sie bot Finanzinstituten erstmals Übernacht-Reverse-Repos im Volumen von 300 Milliarden Yuan an. Dennoch fehlten den asiatischen Märkten klare Impulse: "Wir haben das Gefühl, dass uns ein wenig die Richtung fehlt", sagte Nick Twidale, Chef-Marktstratege bei ATFX Global.
Devisen
Die Aussicht auf anhaltend hohe Zinsen in den USA hat den Dollar gestützt, während die Furcht vor Interventionen der Regierung in Tokio den Yen in der Nähe eines 40-Jahres-Tiefs hielt. Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar geringfügig auf 161,77 Yen FX_IDC:USDJPY und legte leicht auf 6,7972 Yuan FX_IDC:USDCNY zu. Zur Schweizer Währung rückte er etwas auf 0,8094 Franken FX_IDC:USDCHF vor. Parallel dazu blieb der Euro FX:EURUSD fast unverändert bei 1,1388 Dollar und zog leicht auf 0,9220 Franken FX:EURCHF an.
Ölpreise
Erneute militärische Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran haben die Sorgen um die Ölversorgung über die Straße von Hormus wieder angefacht, auch wenn beide Seiten eine Feuerpause vereinbarten. "Die Märkte gehen in den Juli mit einem Waffenstillstand, dem niemand so recht traut", erklärte Marc Chandler, Chef-Marktstratege bei Bannockburn Capital Markets. Am Rohstoffmarkt verteuerte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,5 Prozent auf 72,35 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 0,9 Prozent fester bei 69,87 Dollar.
Wall Street
An der Wall Street (.N) hatten sich die Anleger vor dem Wochenende angesichts der geopolitischen Unsicherheiten und der anhaltenden Sorgen um die Bewertungen im Technologiesektor zurückgehalten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones DJ:DJI hatte sich am Freitag kaum verändert bei 51.876,11 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500 CBOE:SPX notierte kaum verändert bei 7.354,02 Zählern, und der technologielastige Nasdaq TVC:IXIC gab 0,2 Prozent auf 25.297,62 Stellen nach.